Muss man Sportsoldat gewesen sein, um ein guter Personaltrainer zu werden?
Bei der Bundeswehr habe ich eine wirklich fundierte sportliche Ausbildung bekommen. Davon profitiere ich als Personaltrainer bis heute. Ich habe sehr viel Gutes gelernt, was ich an meine Kunden weitergeben kann.

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Bei Personaltrainer denke ich auch immer an Begriffe wie Disziplin, Anstrengung und wirkliches Lernenwollen. Wollen das die meisten, die in ein Fitness-Studio gehen?
Ich habe mehrere Kunden, die im Fitness-Studio sehr wenig oder nichts von dem erreicht haben, was sie eigentlich wollten und deshalb zu mir ins Personaltraining kommen. Jeder Körper hat seine eigene Geschichte und die muss ein Trainer erkennen können, um mit seinem Kunden erfolgreich arbeiten zu können. Die gängigen Trainingsmethoden helfen da meistens nicht, sind oft kontraproduktiv und frustrierend für den Kunden.

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Wie wichtig ist es für einen Personaltrainer, nicht nur eine solide Trainerausbildung zu haben, sondern auch die existenzielle Erfahrung als Kämpfer und Titelträger?
Erfolg ist nicht ohne Mühe, ohne Leidenschaft möglich! Ich habe bei meinen Titelkämpfen gelernt, an die meine Grenzen zu gehen. Das sind wertvolle Erfahrungen mit großen  Emotionen. Viele meiner Kunden kennen ihre Grenzen überhaupt nicht, tragen in sich noch ein großes unbekanntes Potenzial. Das ist dann ein gemeinsamer Weg.

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Personaltrainer ist ja kein geschützter Begriff, im Grunde kann sich jeder so nennen?
Das ist leider so!  Ich wäre sehr für die Einführung von offiziellen und auch nachprüfbaren Standards. Letztendlich geht es ja um die Gesundheit des Kunden. Da zählen unbedingt Kompetenz und Verantwortung!

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Wie wichtig ist es, dass ein Personaltrainer seinem Kunden den Sinn der verschiedenen Trainingsmethoden verständlich erklären und vermitteln kann?
Von einem guten Personaltrainer muss man verlangen können, dass er die einzelnen Trainingsmethoden so nachvollziehbar erklärt, dass der Kunde mit Motivation und Freude trainiert. Der Kunde muss wissen und spüren,  dass er Gutes für sich tut. Ein professioneller Personaltrainer muss dem Kunden erklären können wie z.B. Muskelaufbau und Ernährung zusammenhängen, wie man nachhaltig abnimmt, wie Kraft, Koordination und Kondition im Kontext stehen. Auch Vertrauen spielt dabei eine große Rolle.

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Motivation ist ja eine Art „Zauberwort“! Jeder spricht davon, aber viele geben oft bereits am Beginn der Zielstrecke auf? Ist das nicht eine Niederlage für den Personaltrainer?
Während meiner ganzen sportlichen Laufbahn – und ich habe ja bereits im Alter von 10 Jahren mit dem Kampfsport begonnen –  war Selbstkritik immer enorm wichtig. Das ist eine ständige Aufgabe, die einem niemand abnehmen kann. Auch wenn es oft verdammt schwer ist, aber nur so kommt man weiter. Deshalb muss ich diese Frage mit einem Ja beantworten.

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Wer wäre der ideale Personaltrainer für dich?
Bruce Lee! Oder auch Nelson Mandela. Am besten beide. Das wäre ein Traum!

Das Gespräch führte Hans Melzer
© Boxclan/2013

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